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Kleben

Einteilung der Kunststoffe

Die Einteilung der Kunststoffe im Modellbau erfolgt einfacherweise auf Grund ihres Wärmeverhaltens; hiernach unterscheidet man Thermoplaste und Duoplaste

Thermoplaste

Thermoplaste werden nach erreichen einer gewissen Temperatur weich und erhärten erst wieder bei Abkühlung. Sie lassen sich deshalb gut verformen (z.B. durch Spritzgießen in Formen). Sie sind in bestimmten Lösungsmitteln löslich. Zu den Thermoplasten gehören u. a.

Polyethylen ...............(PE),

Polystyrol ..................(PS),

Polyamid ...................(PA),

z.B. „Durethan“ und „Delrin“.

Polypropylen .............(PP),

Polycarbonat .............(PC),

Polyoxymethylen …..(POM),

z.B. Acetalharz, „Hostaform” und

Acrylnitril-Butadien-Styrol-Polimerisat .......(ABS oder ASA).

Zum Teil handelt es sich bei diesen Angaben um geschützte Markennamen, die – zusätzlich zu den komplizierten Namen – eine Verwirrung für den Laien noch unterstützen.

Duroplaste

Duroplaste sind festere Verbindungen, die nicht schmelzbar und deshalb auch nicht verformbar sind. Auch gegen übliche Lösungsmittel sind sie unempfindlich. Zu dieser Gruppe gehören die

Phenol- und Epoxidharze,

Bakelite-;

Melamin-,

Resocin-

und Polyesterharze.

Sie lassen sich meist gut mit Zweikomponenten-Epoxidharz-Kleber verbinden. Im Modellbau werden jedoch überwiegend Thermoplaste verwendet.

(1)Polystyrol

Weit verbreitet im Modellbau ist Polystyrol (PS). Es besteht aus glasklarem Granulat, dem Farbkörner als Zuschlagstoffe zugesetzt werden können. Nach dem Spritzen bleibt ein deutlicher Oberflächenglanz zurück. PS lässt sich leicht mit dem Messer schneiden und dann brechen. Mittels Wärmeeinwirkung kann PS gebogen werden; nach dem Erkalten bleibt die neue Form erhalten.

Gut geeignete Kleber:

Handelsübliche Plastikkleber,

Zweikomponenten-Acrylatkleber.

(2)Polyethylen

Hier handelt es sich um einen leicht elastischen Kunststoff, der im Modelbau heute keine bedeutende Rolle mehr spielt.

Gut geeignete Kleber:

Greven-Alles-Schnellkleber

(In Verbindung mit Poly-Primer).

(3)Polyamid

Für den Kunststoff Polyamid (PA) wird häufig der Markenname „Nylon“ verwendet.Es handelt sich um einen äußerst verschleißfesten thermoplastischen Kunststoff, der im Modellbau oft für Lauflager und andere stark beanspruchte Teile verwendet wird. Wegen rückfettender Oberfläche lässt sich PA nur schlecht kleben; gegebenenfalls können Sekunden- Kleber verwendet werden, wenn die Klebestellen „hinterschnitten“ oder zusätzlich mechanisch verbunden werden.

Geeignete Kleber:

Greven-Alles-Schnellkleber

(in Verbindung mit Poly- Primer).

(4)Polyprpylen

Polypropylen (PP) besitzt ähnliche Eigenschaften wie Polyamid; es wird heute im Modellbahnbau kaum noch verwendet. Klebe- Eigenschaften ähnlich schlecht wie bei Polyamid.

Geeignete Kleber:

Greven-Alles-Kleber

(in Verbindung mit Poly-Primer).

(5)ABS oder ASA

Diese Kunststoffe weisen eine hohe Schlagfestigkeit auf und sind weniger bruchgefährdet als beispielsweise Polystyrol. Deshalb wird ABS  (und andere artverwandte Kunststoffe) immer häufiger von Modellbahn- Hersteller für den Fahrzeugbau verwendet. Die hohe Elastizität  des Kunststoffs gestaltet auch Klips-Verbindungen, so dass ABS vielfach bei Fahrzeug- Aufbauten zu finden ist. Da sich ABS auch mit Lösungsmittel bearbeiten lässt, sind handelsübliche Kunststoff- Kleber zum Verkleben geeignet.

Gut geeignete Kleber:

Bindulin Plastic-Kleber

Greven Plasti-universal,

Pattex transparent + stabilit,

UHU plast spezial, UHU plus acrylit,

+ blitzschnell gel.

(6)Polyoxymethylen

Dieser auch als Acetalharz bekannte Kunststoff (POM) zeichnet sich durch eine besonders hohe Härte, Steifigkeit und Zähigkeit aus. Er wird gern als „Metallersatz“ für Laufwerke, Zahnräder usw. benutzt. Leider ist POM sehr schlecht klebbar; auch Polykarbonat fällt in diese Gruppe der schlecht verklebbaren Kunststoffe. Versuche mit Zweikomponenten, Kleber und Cyanacrylat- Kleber bringen nicht immer ein befriedigendes und dauerhaftes Ergebnis. Zur Vorbereitung der Klebestellen hilft in vielen Fällen der „Poly- Primer“ von Greven. Er wird einfach auf  die „nicht klebbaren“ Kunststoffteile aufgetragen; nach dem Ablüften kann mit dem Kleben begonnen werden.

Gut geeignete Kleber:

Keine;

 Zweikomponenten- Kleber und

Sekundenkleber mit Vorbehalt. 

 

Quelle: Eisenbahnmagazin

Zusatzinformation  zum Artikel: Kleben von Kunststoffen

Hierzu noch einige ergänzende Informationen:

Achtung ! Fett ist das schlimmste was an einer Klebstelle sein kann. Also bitte die Klebestelle (Bruchstelle) sauber halten, selbst Hautfett von den Fingern kann Ärger machen.

Nun zum Begriff „Kleben“. Es lassen sich nur „poröse“ Oberflächen kleben in die das Klebemittel eindringen kann. Auch Metalle haben wenn sie sauber sind feine Poren in den sich der Kleber festkrallen kann. Da eine Klebung durch Adhäsion stattfindet sollte der Kleber möglichst dünn aufgetragen werden, denn sonst kommt es zu erneuten Bruch im Kleber.

Duroplaste lassen sich deswegen eigentlich nicht kleben, da die Oberfläche gut verschlossen ist. Gleichzeitig kann die Oberfläche praktisch nicht angelöst werden und somit scheiden Kleber mit Lösungsmittel aus. Zweikomponenten – Kleber sind nach dem Aushärten Duroplaste.

Duroplaste werden fast nicht mehr bei Modellbahnen eingesetzt.

Bakelit ist ein Handelsname für Phenolharze.

Thermoplaste sind Kunststoffe die nicht aushärten und somit wieder schmelzen können. Im Modellbahnbau werden zum Beispiel: Polyethylen, Polystyrol, ABS, Polyamid eingesetzt.

Polyethylen wird in erster Linie zur Verpackung als Folie eingesetzt. Es hat den Charakter vom Wachs und kann am besten durch auf Erwärmung auf ca. 112°C verschmolzen werden.

Tip: Folien können wie folgt verbunden werden. Die beiden Folien so zwischen zwei Eisenschienen legen, das ca. 3 – 4 mm auf der einen Seite herausragen und dann mit einer kleinen Flamme (Kerze o. Feuerzeug) entlang Fahren. Die Folien schmilzt und bildet eine  Raupe.

Will man Teile oder Folien bedrucken, muß die Oberflächen behandelt werden (Oxydation der Oberfläche). Dies erfolgte früher durch Abflammen mit einer Gasflamme heute wird es auf elektrischen Weg durch eine Korona - Entladung gemacht.

Polypropylen ist ein abgewandeltes Polyethylen und hat mit Polyamiden nichts zu tun. Verarbeitung siehe somit unter Poyethylen

Polyamide (Perlon und Neylon sind Handelsnamen) Zum Kleben geht auch: Konzentrierte Ameisensäure (über 85 % ig). Sollten Teile aus Polyamid zu trocken werden, können sie spröde werden. Darum werden diese Teile normal gleich nach der Fertigung zur Konfektionierung in warmes Wasser geworfen. Es kann durch die Wasseraufnahme zu einem Aufquellen kommen oder bei Trockenheit zur Schrumpfung führen.

Polystyrol + ABS (Acryl – Butatien – Styrol) sind die im Modellbahnbau am meisten eingesetzten Kunststoffe. Da reines Polystyrol spröde ist wird es durch Zusätze wie Acryl und / oder Butatien schlagfester und biegsamer gemacht. Daher fast gleiche Eigenschaften bei der Verarbeitung.

Tip: Wer große Mengen z.B. beim Gebäudebau benötigt kann den Kleber aus Butylazetat sich selber herstellen. Eine Lösung von Polystyrol – Abfällen in Butylazetat hat sich bewährt, wenn eine höhere Viskosität des Klebemittels wünscht.

Achtung ! Wegen der Lösungsmittel bitte nur in gut belüfteten Räumen damit arbeiten. Dies gilt für alle Werkstoffe (Kleber + Farben) mit Lösungsmittel.                                                                                                                                                                                                                 8.11.2001  Bee.

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